staatlich garantierte Vermögensvernichtung

So wird Geld gemacht!!!  (Aber für wen eigentlich?)

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, einen Info-Vortrag mit der Deutschen Bundesbank zum Thema „Niedrigzinsen ohne Ende?!“ zu besuchen. Es gab eine sehr gute Zusammenfassung der aktuellen Situation, bezogen auf den gesamten Euroraum.

In der Diskussionsrunde stellte ich eine Frage, deren Antwort ich zwar kannte, es aber den anderen Zuschauern aus berufenem Munde erklären lassen wollte. Und die Antwort war verblüffend und absolut direkt.

Hintergrund: Die Bundesrepublik Deutschland hat in diesem Jahr eine bestehende Anleihe aufgestockt. Das heißt, der Bund hat neue Schulden gemacht. Beachtlich dabei ist der Betrag, der dabei eingenommen wurde (Angaben vereinfacht dargestellt und gerundet).

Normalerweise wird eine solche Anleihe für eine feste Laufzeit ausgegeben, worauf ein fester Zins bezahlt wird. Am Ende der Laufzeit bekommt der Anleger 100 % seiner nominalen Zeichnungssumme wieder. Also 10.000 Euro-Anteil gezeichnet, zehn Jahre Zinsen in Höhe von beispielsweise 2 % kassiert, am Ende 10.000 Euro zurückbekommen. Manchmal zahlt man am Anfang auch ein paar Euro mehr oder weniger ein, was die Rendite kaum beeinflusst auf 10 Jahre.

Der Bund hat aber bei der o.g. Aufstockung einen Kurs von knapp 160 % festgesetzt. Das bedeutet, dass ein Anleger für einen Anteil in Höhe von 10.000 Euro hier 16.000 Euro einzahlen muss. Dafür bekommt er nun über die gültige Restlaufzeit von etwa 8 Jahren pro Jahr 200 Euro Zinsen. Am Ende bekommt er die 10.000 Euro wieder (100 % seiner Nominalanlage, welche auch Grundlage für die Verzinsung ist!!!).

Ist das nun ein guter Deal? Rechnen wir mal vereinfacht:

  • Einzahlung: 16.000 Euro (160 % auf den 10.000 Euro-Anteil)
  • Rückzahlung: 10.000 Euro + Zinsen 1.600 Euro (8 x 2 % auf 10.000 Euro Anteil) = 11.600 Euro
  • Gewinn: - 4.400 Euro (VERLUST!!!)

Meine Frage an die Expertin der Bundesbank war nun: Wer kauft so etwas und macht das überhaupt Sinn?

Antwort: Es macht natürlich keinen Sinn für einen Anleger. Der Bund bekommt in dem Fall 1,6 Milliarden Einnahmen, muss aber nur 1 Milliarde zurückzahlen. Er macht einen sehr guten Deal. Aber die Schulden des einen sind in unserem Zinssystem das Vermögen der anderen. Und gekauft werden solche Anleihen von Versicherungen und Pensionskassen, usw., WEIL DIE DAS MÜSSEN, weil es so in ihren Regularien steht, dass sie Anleihen sehr guter Bonität kaufen müssen. Kaufmännisch macht das aber absolut keinen Sinn.

In der Praxis bedeutet das, dass dem Inhaber einer klassischen deutschen Lebens-/Rentenversicherung auf diese Art und Weise Geld entzogen wird, ohne dass er es bemerkt. Von einer Vermögensmehrung keine Spur. Entsprechend hatte ich nach der Antwort den Eindruck, dass der Blutdruck vieler Zuhörer ordentlich nach oben ging, weil sie selber solche Anlagen nutzen, bzw. für Ihre Mitarbeiter in Form von betrieblichen Altersvorsorgeanlagen abgeschlossen haben. Die Regeln für die Kapitalanlagen bei Versicherern hat übrigens „der Staat“ festgelegt, der das jetzt zu seinen Gunsten ausnutzt. Erfüllt das nun den Tatbestand von Korruption, bzw. Betrug?

Hinweis in eigener Sache: Ab Ende Januar werde ich meine Vortragsreihe „Nullzins! - Minuszins! - Geld weg?“ von 2015 wieder aufnehmen. Dort werde ich wieder einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage und mögliche Zukunftsszenarien geben.

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